Die neue Dimension der Aktualität

Das aktuelle Wetter alle 3 Stunden neu, das ist mehr als nur ein Blick aus dem Fenster.
Die aktuelle Zugbahn eines Hurricans im Satellitenbild in Kombination mit aktuellen Zeitungsberichten aus dem Internet bereichert den Unterricht.
Der weltweite aktuelle Blick wird zur großen Konkurrenz zum statischen Atlas. Diese aktuelle Sicht ermöglicht den gefühlsmäßigen Einstieg in Unterschiede zum aktuellen Wettererlebnis am Schulort. Wenn es bei uns z.B. schon Frühjahr ist, dann sind Gebiete in Kanada oder Sibirien noch im tiefen Winter. Erlebnisberichte der frühen Siedler Kanadas können in das tagesaktuelle Wettergeschehen eingebunden werden, klimatische Unterschiede gelangen so ins Bewusstsein.
Elektronische Kameras im Dauerbetrieb produzieren Bilder, die im Internet abgerufen werden können (WebCams). Das ermöglicht auch eine erdbodenorientierte aktuelle Sicht zu vielen Punkten der Erde. Was tut sich gerade an einer Wasserstelle im Krüger-Nationalpark? Wie aktiv ist der Ätna heute? Sind die Menschen in New York schon auf dem Weg zur Arbeit? Die unterschiedlichen Zeitzonen können miterlebt werden.

Die aktuelle Information ist nicht mehr der Zeitungsredaktion vorbehalten. Auch Schüler können recherchieren und entscheiden, was sie als wichtig erachten um daraus eine kleine selbstgestrickte Tageszeitung zu gestalten.

Stets gilt: Wie prüfe ich den Wahrheitsgehalt einer Information. Bei Zugauskunft, Flughafeninformation oder Fernsehprogramm steht dies nicht zur Diskussion. Für andersartige Informationen gilt aber: Nur Hochschulinstitute und professionelle Datenbanken garantieren eine korrekte Darstellung. Bei Angeboten auf Bildungsservern ist da schon eher nachzuhaken. Nur eine Fachredaktion kann für Qualität sorgen. Private, unqualifizierte Meinungen kann jeder ins Netz stellen, und so gibt es im Internet sehr viel "Informations-Müll".

Ein anderer Aspekt zur (aktuellen) Information aus dem Internet: Subjektive Selbstdarstellung, Werbung und Markt bestimmen zunehmend das Informationsangebot im Internet, die mehrfach redaktionell überprüfte oder journalistisch gestaltete Information ist eher die Ausnahme. Die wissenschaftliche Fremddarstellung wird durch die subjektive Selbstdarstellung ersetzt.
Für die Erdkunde ist dies ein sehr wichtiger Aspekt, der sich bald in den Lehrplänen widerspiegeln wird. Zwischen der wissenschaftlichen Sicht und dem, wie sich eine Stadt oder ein Land selbst sehen möchte, wird ein immer größerer Unterschied entstehen.