Digitale Geländemodelle

Eine Darstellung des Reliefs ist für geomorphologische Überlegungen eine Basiskomponente. Auch andere geographische Betrachtungsweisen sowie viele geographische Modelle setzen direkt am Relief an. Schulisch taucht das entwicklungspsychologische Problem auf, dass Kinder ihr Raumvorstellungsvermögen noch unzureichend entwickelt haben, die Lehrpläne verlangen aber schon von 11-jährigen Schülern die Auseinandersetzung mit Höhenmodellen. In England spielten schon in den 80er Jahren Lehrprogramme zur Landschaftsvorstellung eine Rolle. "Der Berg ruft", ein Lernprogramm aus Nürnberg (Lehrstuhl für die Didaktik der Geographie) ist eine zeitgerechte Lösung für unseren Unterricht.

Die Ansatzmöglichkeiten zur Darstellung eines Reliefs sind vielseitig.

- Eine Höhenschichtenkarte wie im Atlas läßt sich auch als Papp- oder Styropormodell umsetzen. Die Erstellung von Profilen abgeleitet aus den Höhenlinien ist hier der handlungsorientierte Ansatz zur persönlichen Auseinandersetzung mit der Dreidimensionalität.


Das Walchenseegebiet, eine Höhenschichtdarstellung aus Vistapro 4.0

- Beschattete Höhenmodelle in der Aufsicht werden ganzheitlich erfasst, die persönliche Auseinandersetzung beschränkt sich jedoch weitgehend auf die Interpretation. Ob Kinder diesen Weg beschreiten können wird für mich fragwürdig, wenn ich überlege, wie wenig Jugendliche anfangs in einem beschatteten Höhenmodell erkennen können. Ein Training zur Wahrnehmung kann hier vorzüglich ansetzen. (Beispiel: Glaziale Serie des Ammerseegletschers)


Beschattetes Höhenmodell des Gebietes südlich von München

- Eine 3D-Darstellung einer Landschaft schafft den einfachsten Bezug zur Landschaft. Diese ganzheitliche Sicht kann schon ein Kind problemlos benutzen. Wenn Sie ein Kind mit Worten beschreiben lassen, was es sieht, dann sind Sie davon auch überzeugt.

Um den individuellen Entwicklungsstand eines Kindes bzw. eines Jugendlichen hinsichtlich der Fertigkeiten zur Raumdarstellung herausfinden zu können, empfiehlt sich eine Aufgabenstellung, die ich bei einer Kunsterzieherin gesehen habe. Sie nehmen ein großes leeres Zeichenblatt und kleben darauf mittig ein Landschaftsfoto. Die Schüler müssen diese Landschaft zeichnerisch nach allen Seiten ergänzen (zu weiteren Gedanken zum 3D-Verständnis).

- Digitale Höhenmodelle sind zunächst nichts anderes als Höhenangaben in einem Gitternetz. Jeder Gitterpunkt trägt eine Höhenangabe. Solch ein DGM lässt sich mit dem Computer in unterschiedlicher Weise darstellen. Die Rendering-Software Vistapro verbindet das Höhenschichtenmodell (es dient zu Navigation) mit der 3D-Sicht. Mit diesem Werkzeug haben wir schon bei 11-jährigen Schülern beste Erfahrungen gesammelt, aber auch die 17-Jährigen benutzen diese Software gerne. Versuchen auch Sie den Einstieg in 3D-Ansichten der bayerischen Kalkalpen (Datengabe des Bayerischen Landesvermessungsamtes). Bei Vistapro 4.0 (über KronenBerg zu beziehen) sind Höhendaten von N-Amerika in großer Zahl beigegeben.

Der methodische Ansatz in der Unterstufe:

Spielerische Verknüpfung der einfachen Höhenschichtenkarte mit einem selbsterstellten Flugbild. Die Tatsache, dass sich Flüsse ihr Tal suchen, dass Seen ihr Becken ausfüllen, schafft schnell den Bezug zur echten Landschaft und zum Atlas.

Der methodische Ansatz in der Oberstufe:

Das Relief als Gegenstand einer geomorphologisch orientierten Simulation. Talformen, Hangkanten, Verebnungen, Reliefelemente etc. können in ihrer Genese sichtbar gemacht werden. Wir studieren den glazialen Formenschatz in unserem Nahraum. Das beschattete Höhenmodell wird parallel zur 3D-Darstellung mit Vistapro benutzt.

 (Eine Anmerkung zu digitalen Höhenmodellen vom DLR)

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