Das Internet im Unterricht

(von einem unbekannten Lehrer)

Die breite Verfügbarkeit von Wissen, die uns das World Wide Web bietet, wird nach Ansicht von Medienexperten die Welt verändern wie vor ihr nur die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg. In ihr liegt ein gewaltiges Zukunftspotential, das fast alle Bereiche des Lebens erfasst und auch die Zivilisation, in der wir leben, verändern wird. Säulen, auf denen die Zukunft der heutigen Schüler ruhen wird, werden heute in Form von Kommunikationsstrukturen des Internet gebaut. Aufgabe von Schule auf diesem Weg in die Zukunft muss sein, Schülerinnen und Schüler auf das Informationszeitalter vorzubereiten und ihnen Qualifikationen mitzugeben, die ihnen eine erfolgreiche Bewältigung ihres Daseins im nächsten Jahrhundert ermöglichen. Dazu gehört auch, dass Lernen selbst sich in Zukunft verändern wird: Wenn Faktenwissen immer schneller veraltet, müssen eher Techniken trainiert werden, sich neues Wissen anzueignen als leicht abfragbares Wissen auswendig zu lernen.
Ziele
Der didaktisch - methodische Hintergrund für den Einsatz des Internet im Unterricht sollte nicht der Versuch sein, immer den gerade aktuellen Strömungen hinterherzulaufen. Wenn im Unterricht mit dem Internet gearbeitet wird, sollte dies mit dem Hauptziel geschehen, den Schülerinnen und Schülern Kompetenz im Umgang mit dem mächtigen Medium Internet zu vermitteln. Die Vermittlung dieser Medienkompetenz sollte im Blick auf folgende Ziele gesehen werden:

Beherrschen von Suchstrategien

Die Technik des Suchens in der ungeordneten Flut von Informationen des Internet sollte immer ein Ziel des Unterrichts sein, wenn im Internet gearbeitet wird. Es wird nicht genügen, Strategien der Informationssuche zum Thema einer Unterrichtseinheit zu machen. Vielmehr sollten Schüler dies, wie auch das Einmaleins, immer wieder möglichst eigenständig und selbsttätig üben.
Strukturieren und Bewerten von Informationen
In der Zukunft wird das Problem nicht mehr darin bestehen, an Informationen heranzukommen. Vielmehr wird uns der Überfluss an Informationen zwingen, die Informationen zu filtern und im Hinblick auf das, was konkret erforscht werden soll, neu zu gruppieren und zu strukturieren.
Darüber hinaus sollten Kriterien zur Bewertung von Informationen, wie Aufbau, Gestaltung oder Informationsgehalt, immer wieder an konkreten Beispielen reflektiert werden.
Aufbereiten und Präsentieren von Informationen
Informationen, die aus dem Internet entnommen wurden, müssen, wenn sie im Hinblick auf das jeweilige Anliegen strukturiert sind, aufbereitet und präsentiert werden. Die dazu nötigen Techniken, zum Beispiel das Integrieren der Texte und Grafiken in eigene Texte, das Darstellen von Informationen in Schaubildern und schließlich auch das Publizieren der Informationen - auch im Internet - sollten immer den Abschluss des Gesamtprozesses der Informationsgewinnung und Auswertung bilden.
Grundwissen über das Medium
Nicht zuletzt ist es notwendig, dass Schüler im Verlauf der Arbeit im Internet ein solides Grundwissen über das Medium selbst erwerben und erweitern. Dazu gehört das Wissen über
- wichtige Begriffe wie World Wide Web, Anwendungen im Internet (eMail, FTP) etc.,
- Wissen über wichtige technische Funktionszusammenhänge, zum Beispiel Funktion des Internet, Zugangsmöglichkeiten,
- Wissen über die Benutzung des Mediums, zum Beispiel Bedienung eines Browsers, Kosten der Nutzung, "Wo gibt es was?" etc.
Dieses Wissen wird die Basis für berufliche und private Qualifikationen der Zukunft sein.
Kritische Reflexion des Mediums selbst
Wie schon vor Jahren der Umgang mit dem Computer an sich, sollte umso mehr der Umgang mit dem viel komplexeren Medium Internet immer wieder und nicht nur zum Ende von Unterrichtseinheiten kritisch reflektiert werden. Dazu gehören vor allem Fragen nach den Auswirkungen, die das Medium hat:
- im persönlichen Umfeld ("Wie verändern sich meine persönlichen Möglichkeiten", aber auch "Welchen Gefährdungen (z.B. Datenmissbrauch) bin ich ausgesetzt?")
- im sozialen Bereich (Neue Möglichkeiten, mit Menschen in Kontakt zu treten, aber auch Gefahr der Vereinsamung und Anonymisierung im Netz)
- im Berufsleben (Neue Qualifikationen - neue Berufe, aber auch neue Arbeitslosigkeit für Menschen, denen Qualifikationen in diesem Bereich fehlen)

 


Tipps

"Geht mal in den Computerraum und sucht etwas zum Thema xyz!"
Dies ist der optimale Erzeuger von Frust bei Schülern. Abhilfe ist ganz leicht:

Links schon vor dem Unterricht auswählen und für die Schüler vorgeben. Dazu eine passgerechte Aufgabe.
Ein genauest formuliertes Thema mit Suchbegriffen, englischen Synonyms vorgeben und die Schüler nach der brauchbarsten Suchmaschine (z.B. Katalog des LRZ-München) forschen lassen. Auch die Metasuchmaschinen in die Suche integrieren. Die Schüler müssen über ihre Erfolge oder Misserfolge schriftlich berichten.

Wichtige Hilfsmittel sind die Programme
-
"Babylon", eine Übersetzungshilfe bei fremdsprachlichen Texten und
- "Copernic 2000 oder 2001" als Metasuchmaschine, die gleich für die Archivierung von Fundstellen sorgt.

 

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