Zur Arbeit mit Mindmaps

nach Gedanken von Roland Grüttner
auf der CD-ROM "Geistesblitze",
erschienen bei co.Tec in Rosenheim

1. Was sind Mindmaps?

Mindmaps sind "geistige Landkarten", auf denen man sich vorzüglich orientieren kann.

"Vereinfacht ausgedrückt, sind Mindmaps nicht anderes als eine bestimmte Art von Notizen. Solche Notizen können sein: Ideen- und Stichpunktsammlungen zu vorgegebenen Themen; Gliederungen als Vorstufe von Aufsätzen; Aufzeichnungen und Mitschriften von Vorträgen, Fernsehsendungen, Fachartikeln und ganzen Büchern; Einträge und Memos. Schließlich kann man damit auch Analysen vornehmen: Mindmaps helfen, Problemstrukturen offenzulegen, Entscheidungen zu begründen und zu finden oder auch Konstellationen in Gruppen und Gemeinschaften zu verdeutlichen. " (Roland Grüttner, in : Schulmagazin 5 bis 10, Heft 12/2000)

2. Warum Mindmaps?

2.1 Mindmaps bilden die Realität ab

  • Mindmaps sind bildhaft und haben ein Netz-Struktur

Bilder zeigen durch ihre innere Gliederung immer Beziehungen auf. Deshalb verwenden wir z.B. Diagramme zur Veranschaulichung. Bilder sind das wichtigste Hilfsmittel, um Vernetzungen der verschiedensten Art darzustellen. Bilder können Texte ergänzen oder sogar ersetzen.

2.2 Mindmaps bilden die Arbeitsweise des Gehirns ab

  • Mehrdimensionalität

"Die Gehirnforschung lehrt uns, Gedanken als so etwas wie dreidimensionale Muster oder "Blitze" zu verstehen, die sich unablässig über die Neuronen, Nervenfasern und Synapsen ausbreiten (Popper/Eccles, S.463 u.a.). ... Von daher ist eine zweidimensionale Mindmap immer noch eine bessere Repräsentation der Arbeitsweise unseres Gehirns als die üblichen linearen Notizen, die oben links anfangen und unten rechts aufhören. " (Zitat siehe oben)

  • Beide Hirnhälften

Die linke Hirnhälfte arbeitet vorzugsweise linear und analytisch, die rechte Hirnhälfte ist für das kreative Denken zuständig. Durch Verwendung bildhafter Elemente beim Lernen sorgen die Mindmaps dafür, dass mehrere Regionen unseres Gehirns gleichzeitig aktiviert werden; es arbeitet damit eher ganzheitlich.  Bilder in Schulbüchern verfolgen das gleiche Ziel.

2.3 Mindmaps bilden den Erkenntnisfortgang ab

Das Thema oder der Begriff steht in der Mitte; es folgt ein Kranz von Hauptpunkten, die sich in Unterpunkte aufspalten, welche schließlich zu den Einzelheiten führen, aus denen sich Sätze und Absätze formulieren lassen. Dieses Verfahren entspricht unserem Lernen, wenn wir auf neue Gegenstände treffen. Zunächst nehmen wir nur äußerliche und grobe Strukturmerkmale wahr: Namen, Begriffe, Bilder, erst bei weiterer Beschäftigung differenzieren wir.

2.4 Mindmaps erleichtern das Erinnern

Insbesondere die bildhaften Elementen, also die Farben und Symbole sowie die Struktur der Anordnung helfen bei der Erinnerung.

"Eine gute Mindmap verwendet keine längeren Ausführungen, sondern Schlüsselbegriffe, die gewissermaßen den Kern weiterer Assoziationen darstellen. Wenn die Begriffe gut gewählt sind, ersparen sie längere Notizen. Dadurch gewinnt die Mindmap eine Kürze, die das Behalten vereinfacht, ohne an Substanz zu verlieren. " (Zitat siehe oben)

Der Vorgang der aktiven Gestaltung einer Mindmap enthält wahrscheinlich den stärksten Lerneffekt.

2.5 Mindmaps erlauben ökonomisches Lernen

Die Vorteile zeigen sich vor allem beim Wiederholen und Lernen. Es genügt ein kurzer Blick auf die Schlüsselwörter, sodass die ursprünglichen Assoziationen wieder auftauchen. Gerade beim freien Referat ist ein Mindmap eine ideale Stütze, um den Faden nicht zu verlieren. Ein Mindmap ist ein idealer "Spickzettel", so wie es der Atlas für das Fach Erdkunde ist.

2.6 Mindmaps sind besser als Standardnotizen

"Die üblichen Notizen verschleiern die Schlüsselwörter, indem sie sie in einer Masse von Text untergehen lassen. Diesem Mangel versuchen wir oft durch Unterstreichungen und Hervorhebungen Herr zu werden.

Das Erinnern wird nicht gerade erleichtert, weil ein Textkonglomerat keine bemerkenswerte Struktur hat und die Bildelemente fehlen. Diesen Mangel gleichen wir manchmal durch Verwendung von Pfeilen, Minidiagrammen und Symbolen aus.

Die Standardnotizen regen nicht zum Betrachten an, sie fordern keine neuen Assoziationen heraus und sie beanspruchen das Gehirn nur einseitig. Sie dämpfen Kreativität eher als dass sie sie beleben. Es ist kein Wunder, dass nur wenige Schüler Lust haben, nach solchen Aufzeichnungen zu lernen. " (Zitat siehe oben)

 

3. Wie werden Mindmaps gestaltet?

3.1 Die Mindmap-Techniken

Die Techniken lassen sich unter vier Stichwörter zusammenfassen: Betonung, Assoziation, Deutlichkeit und Stil.

Die Betonung von Inhalten in einer Mindmap geschieht durch Verwendung eines Haupt- oder Zentralbildes, einzelner Bilder und Symbole, von Schriften in unterschiedlichen Farben und Größen, von Mehrdimensionalität, Synästhesie (Verschmelzung von Sinneseindrücken) und einer ansprechenden Raumaufteilung.

Die Assoziation der Inhalte wird über Netzlinien, Pfeile und Farbcodes erreicht.

Die Deutlichkeit verlangt die Verwendung von leicht erkennbaren Schlüsselwörtern

Der eigene Stil unterstützt das individuelle Denken und Lernen.

3.2 Die Mindmap-Gestaltung

Je nach Verwendungszweck wird die Gestaltung einer Mindmap doch sehr unterschiedlich ausfallen. Das Brainstorming zu einem Begriff, die Mitschrift eines gehörten Referats, das Konzept für eine Gliederung einer Präsentation, die Beschreibung eines Versuchs-Ablaufs, ...
Sehen Sie den Erwachsenen zu, wenn sie sich Notizen während eines Vortrags oder eines Telefongesprächs machen, da stecken Lebenserfahrungen dahinter. Schüler könnten solche Mindmaps analysieren um dann ihre eigene "Mindmap-Entwicklung" zu starten.

3.3 Die Mindmap-Empfehlungen (Sammlung von Herrn Grüttner)

Wenn jemand eine geistige Blockade hat, so soll er leere Linien, Fragezeichen und Bilder in die Mindmap einfügen. Es handelt sich oft um Dinge, die einem "auf der Zunge liegen", die man aber momentan noch nicht formulieren kann.

Für Mindmaps gelten die Gesetzmäßigkeiten, welche die Lernpsychologie zur Wiederholung herausgefunden hat. Das Gelernte nach einem Tag, einer Woche und einem Monat noch einmal betrachten, damit es ins Langzeitgedächtnis übergeht.

Zur Vorbereitung auf das Erstellen einer Mindmap empfehlen die Autoren Buzan eine positive und offene Geisteshaltung; eine Offenheit auch für das Absurde - alle Einfälle sind zugelassen und sollten so ansprechend wie möglich niedergeschrieben werden.

 


Ein Beispiel von der "Mindmanager-CD". Klicken Sie ins Bild!

Und noch ein 2.Beispiel von der gleichen Quelle, das gut zum Nachdenken anregen kann.

Kinderbilder sind auch Mindmaps, da gibt es viele Hilfen für den Lehrer

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