Karten lesen


Topographische Karte verkleinert auf Maßstab 1:100 000
Vorlage: Bayerisches Landesvermessungsamt München

Das Lesen einer topographischen Karte ist recht einfach.
Damit man richtig einsteigt, sucht man zuerst einmal nach Maßstab, Hersteller, und Typ der Karte und notiert alles im (virtuellen) Steckbrief. Dann studiert man die Legende und sucht interessierende Objekte in der Karte. Die Beschriftung hilft schnell weiter. Wenn man mit der Karte im Gelände ist, dann legt man die Karte so auf den Boden, dass die obere Kartenseite nach Norden zeigt, "Einnorden" nennt man das. Nun sollte man den eigenen Standort in der Karte suchen. Ein Test schließt sich an: Liegen alle in der Karte eingetragenen Objekte in der richtigen Blickrichtung?
Jetzt versucht man größere Bereiche zu beschreiben: Z.B. Zwischen Bahn und Loisach liegen ausgedehnte Wiesenflächen, es gibt hier nur wenige Moorflächen. Westlich der Loisach sind viele Moorflächen. Dort, wo im Osten die Berge ansteigen, da beginnt auch der Wald, usw.
Die Bewertung von Kartenausschnitten ist da schon viel schwieriger. Dazu muss man ein "Auge" für die Kartenlandschaft entwickeln, man muss die Probleme in der echten Landschaft aus der Karte lesen können.
Im oberen Kartenausschnitt ist der markante Knick des Lainbachs ein solches Problem. Bei Hochwasser ist hier der wunde Punkt. Wenn ein Damm bricht, dann wird Benediktbeuern überflutet. Ein anderes Problem steckt in den sehr flachen Gebieten an der Loisach. Bei Hochwasser sind auch viele Wiesen der Bauern überflutet.
Was auch gleich ins Auge fällt: Die Loisach ist ein künstlicher Fluss, deshalb verläuft er am linken unteren Bildrand so geradlinig. Dies verstärkt die Ersion und damit die Absenkung des Grundwassers.


Die Theorie zum Lernen:

Die Arbeit erfolgt in 3 Schritten:

1. Steckbrief Karte
- Quellenangabe:
- Thema der Karte:
- Geographische Begrenzung der Karte:
- Maßstab:

 

2. Beobachtungen zu den Karteninhalten
Die Ergebnisse sollten in einer Strukturskizze und einer kurzen Wortbeschreibung abgelegt werden. 

Beobachten = Erkennen, Benennen und Beschreiben von
- Elementen (Einzelheiten)
- Gruppierungen von Elementen  (Ähnlichkeiten, Oberbegriff)
- punktuellen, linearen und flächigen Strukturen (Zusammenhänge)

Hilfsaufgaben:
- Wie ist die Legende gegliedert?
- Wo ist was?
- Wie lassen sich die Karteninhalte oder Kartenbereiche mit Worten beschreiben?

 

3. Bewertung der Karteninhalte:
Die Ergebnisse sollten in ein kartenähnliches Mindmap einmünden.

Bewerten = Erkennen, Vergleichen und Interpretieren von
- Beziehungen, Vernetzungen, Abhängigkeiten (Funktionen)
- Veränderungen, Abläufen (Prozesse).

- Warum ist etwas gerade an diesem Ort? (Verteilung, Struktur)
- Welche Aufgaben (Funktionen) erfüllen die erkannten Gebiete?
 
- Gibt es Hinweise auf Probleme? (Erosion, Abwanderung, Brache, ...)
- Lassen sich Raumtypen herausarbeiten?