Messen (= Bewerten)

Es gibt zwei Formen des Messens:
- Beim
quantitativen Messen muss nur gezählt werden, z.B. Volkszählung. Ein Land hat z.B. 60 Mio. Einwohner
- Beim
qualitativen Messen geht es um die zahlenmäßige Bewertung von Unterschieden, z.B. bei Temperatur, Niederschlag, Luftdruck. Um wieviel °C kühlte es in der Nacht ab? Wieviele mm Niederschlag gab es in einer Woche?

Das qualitative Messen hat unterschiedlichste Formen. Sie reichen von der skalierten Meinungsumfrage über die Kartierung von Pflanzen bis zur Feuchtebestimmung. Die Ergebnisse werden stets in Tabellenform oder in einer Karte abgelegt.
Damit das Ergebnis eines qualitativen Messvorgangs auch von anderen verstanden (bewertet) werden kann, müssen die Rahmenbedingungen für den Messvorgang genau festgelegt werden. Dies nennt man ein Messprotokoll.

An das Messen schließt sich die Auswertung an. Alle Schritte fassen wir unter dem Arbeitsablauf "Beobachten - Messen - Evaluieren" zusammen. Ein Ablaufplan zeigt die einzelnen Schritte:

8. Mess-Experiment
= entdeckendes Lernen
= Transfer

7. Mess-Evaluation
= Überprüfung II
Mess-Ansatz richtig?

6. Mess-Auswertung
= Überprüfung I
Interpretation

5. Praxis
= Datenerfassung
Tabelle
Tagebuch
Foto/Skizze

Beobachten
Messen
Evaluieren

1. Einstieg
= Umwelt-Beobachtungen
Messmotiv Wozu?

2. Theorie
= Mess-Modell
Messinstrumente Womit?

3. Umsetzung
= Mess-Protokoll
Messverfahren Wie?

4. Aufgabengestaltung
= Mess-Profil
Messabsicht Was?
Messorte Wo?
Messzeiten Wann?

Ein Formular zum Arbeitsablauf "Messen" hilft bei der Planung.
Aufgabe: Welche Farbe sollte ein Auto im Sommer haben? Teste die Temperaturabhängigkeit!
Erstelle hierzu ein Arbeitsprogramm!


Die Theorie zum Lernen:

Zu einem Messprotokoll gehört:
a) Beschreibung des Messinstruments (Fragebogen, Thermometer, ...)
b) Nennung des Messverfahrens (Was wird gemessen? Z.B. Temperatur als Wärmestrahlung, als Molekularbewegung, als Ausdehnung eines festen, flüssigen oder gasförmigen Körpers)
c) Skalierung des Messgeräts (Einheiten, Genauigkeit, Kalibrierung)
d) Ansprüche an den Messort (Wo darf gemessen werden? Besonderheiten der Umgebung)
e) Nennung des Messbereichs (Wann darf nicht mehr gemessen werden?)

Nach dem Messen müssen die Ergebnisse evaluiert werden. Dazu gehören nachfolgende Gesichtspunkte:

Bewerten = Erkennen, Vergleichen, Evaluieren und Interpretieren von
- Beziehungen, Vernetzungen, Abhängigkeiten (Funktionen)
- Veränderungen, Abläufen (Prozesse).

Nach einer erfolgreichen Messung sollten die Ergebnisse in einem Diagramm veranschaulicht werden. Ein kurzer Messbericht sollte dieses Diagramm dann beinhalten. Ein größeres Messprojekt sollte die Schritte 1 bis 7 von "Beobachten - Messen - Evaluieren" enthalten. Hier nochmals das Formblatt dazu.