Projekt "Unterrichts-Szenarien
für die neuen bayerischen Lehrpläne"

(von R.Roseeu)


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Wie lässt sich der Stoff der Lehrpläne reduzieren ohne ganze Lernbereiche zu vernachlässigen?
Wie kann ein Katalysator aussehen, der hilft, wesentliche und unwesentliche Lerninhalte zu trennen? (Den Lehrplanautoren ist dies offensichtlich nicht gelungen, das muss der Lehrer leisten.) "Wesentlich" betrifft hier die Sichtweise der Jugendlichen, die die Aufgabenflut bewältigen müssen. Nur was man gerne lernt, wird auf längere Zeit behalten.

Unsere Antwort:
Altersgerechte Unterrichts-Szenarien zusammen mit neuen Unterrichtsformen,
- in denen die Schüler Geschmack an den Lehrplaninhalten finden können,
- in denen die Schüler auch fachübergreifend arbeiten können,
- in denen der Wissens- und Kompetenzgewinn im Mittelpunkt steht und nicht die Anhäufung von unverknüpften Informationen,
- in denen die Persönlichkeitsentfaltung einen hohen schulischen Stellenwert hat,
- in denen auch die übergeordneten Ziele einer altersgerechten Umweltbildung einen Platz finden (kommt im Lehrplan eigentlich nicht vor),
- in denen nachhaltiges Lernen ermöglicht wird.

Zusammenfassend:
Ein Unterrichts-Szenarium ist
- ein Simulationsfeld betreffend die übergeordneten pädagogischen und didaktischen Zielsetzungen (= Kern des Szenariums),
- eine zusätzliche Sinngebung für den Unterricht,
- eine Metaebene zur Hilfe bei der Bewertung von "wichtig" und "weniger wichtig",
- ein realitätsbezogener Impulsgeber für Lehrer und Schüler,
- ein integrierender Rahmen für unterschiedlichste Unterrichtsmethoden (Projekte, Lernen an Stationen, Gruppenunterricht, Lernen durch Lehren, ...) und Arbeitstechniken (Lerntechniken und fachspezifische Arbeitstechniken),
- ein Anwendungsfeld für die Arbeit mit den traditionellen und den neuen Medien,

- ein Tätigkeitsfeld, um über das Lösen von Problemen
Gestaltungskompetenz zu erwerben,
- eine Brücke zur Welt der Erwachsenen.

Unsere Vorstellungen zu altersgerechten Unterrichts-Szenarien nach Jahrgangsstufen (Gymnasium):
5.Jgst.:
Naturdetektive I (Beobachten im Naturlabor in der Schulumgebung, Beschreiben, kleine Experimente, die Beobachtung steht im Mittelpunkt, ... )
Naturdetektive II (Beobachten und Auswerten im Naturlabor in der Schulumgebung, Sammeln und Ordnen, Mind-Maps, Rollenspiele, die Auswertung von Beobachtungen steht im Mittelpunkt.)
7.Jgst.: Reisebüro (Informationsverarbeitung: von der Recherche bis zur Präsentation der Arbeitsergebnisse, die Recherche sowie die Arbeiten mit Bildern, Satellitenbildern, Mind-Maps und Internet stehen im Mittelpunkt.)
8.Jgst.:
Journalistenschule (z.B. Umweltreporter recherchieren und dokumentieren, sprachliche Fertigkeiten stehen im Mittelpunkt.)
Bürgerinitiativen (z.B. Greenpeace: Netzwerke, Problemanalysen, soziale Kompetenzen stehen im Mittelpunkt.)

Die Unterrichts-Szenarien skizzieren die Arbeitswelt der Schüler für ein ganzes Schuljahr. Es handelt sich also nicht um ein Projekt im üblichen Sinn. Das notwendige Verweilen bei einer Methode, Softwarenutzung, Arbeitstechnik oder bei einem geographischen Inhalt muss im Sinne nachhaltigen Lernens gewährleistet sein. Der Erwerb von Kompetenzen braucht seine Zeit, der Erwerb von Gestaltungskompetenz braucht sein motivierendes Umfeld.