Forstliche Rekultivierung (Auswertungsergebnis 2)

Die Gruppe, bestehend aus Döne Danaci und Jan Kopfer, bearbeite ebenfalls das Gebiet um den Tagebau Hambach. Auch sie entschieden sich, zunächst mit Hilfe einer überwachten Klassifikation auf Resultate zu stoßen. Ihr Ergebnis kann rechts betrachtet werden. Anders als in der Arbeitsweise Mareike Gräb (Auswertungsergebnis 1), die den Wald als homogene Einheit in der Gesamtheit klassifizierte, wurde von Jan Kopfer und Döne Danaci versucht, gezielt einzelne Baumarten zu klassifizieren (s.l., violett), die im Staatsforst heimisch sind. Die Vorgehensweise der beiden Schüler war insofern problematisch, als dass sie keine genaue Baumbestandskarte besaßen, also nicht explizit sicher sein konnten, ob die von ihnen markierten Pixel tatsächlich den gleichen Baumbestand repräsentierten. Das Klassifikationsergebnis wurde allerdings mittels Messtischblatt überprüft und die gefundenen violetten Pixel von den Gruppenmitgliedern für korrekt befunden. Als Ergebnis ihrer überwachten Klassifikation hielt die Gruppe fest:

  • Die im Staatsforst Hambach großflächig vorkommende, violett klassifizierte Baumsorte, ist auf der rekultivierten Fläche der Sophienhöhe nur sehr vereinzelt auffindbar.
  • Die auf der Sophienhöhe vorherrschende Vegetation (grün), scheint auch breitflächig im Staatsforst auffindbar zu sein, allerdings kleinflächiger als auf dem rekultivierten Terrain.

In diesem letzten Punkt widerspricht das Resultat dieser Gruppe dem Auswertungsergebnis 1 in einigen Teilen. Während das Ergebnis von Mareike Gräb keinen Hinweis auf Ähnlichkeit der Vegetation auf der Sophienhöhe mit der natürlichen Vegetation des Staatsforstes liefert, zeigt die Klassifikation von Döne und Jan klare Übereinstimmungen (grün). Einzig die gesondert klassifizierten Baumbestände (violett) scheinen das Ergebnis von Mareike zu verifizieren.

Zur Evaluation der Ergebnisse führten D. Danaci und J. Kopfer eine unüberwachte Klassifikation nach dem Clusterverfahren durch. Das Ergebnis (rechts) scheint die Resultate der Quadermethode zu falsifizieren. Die Gruppe fasste ihre Ergebnisse folgendermaßen zusammen:

  Die überwachte Klassifikation weist teilweise eine Ähnlichkeit von rekultivierter und natürlicher Fläche auf, was darauf hindeuten lässt, das die Rekultivierung im Sinne von Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes erfolgreich war. Einzig das Fehlen bestimmter, natürlich vorkommender Baumsorten scheint dieser Schlussfolgerung zu widersprechen.

  Mit der Clusteranalyse kann keine Ähnlichkeit von rekultivierter Fläche auf der Sophienhöhe mit natürlicher Fläche im Staatsforst festgestellt werden. Außer in den – vermutlich aus Altwald herausgewachsenen – Randgebieten der Sophienhöhe lassen sich keine gleichen Objektklassen zwischen Wald und Rekultivierungsgebiet finden.

An dieser Stelle wird ein während der Arbeit mit Satellitenbildern und v.a. bei Klassifikationen unumgängliches Problem deutlich: die Bewertung ambivalenter Ergebnisse. Aus der Ferne lässt sich an dieser Stelle keine handfeste Verifizierung oder Falsifizierung erstellen, erst eine weitere, gezielte Exkursion in die betreffenden Gebiete kann zur absoluten Sicherheit führen. Da diese Option den SchülerInnen jedoch nicht zur Verfügung stand, wurde vermutet, dass Mareike Gräb und die automatisiert stattfindende, also "menschliche Fehler" ausschließende Clusteranalyse das wahrscheinlichere Ergebnis lieferten.