4.    Hauptexkursion am 11.06.2001

An diesem Montag fand die vorgesehene Exkursion statt. Neben den übrig gebliebenen Mitgliedern des Projektkurses (ausgeschieden sind Kamuran D., Malte P., Nurrettin S.) nahmen Schüler des Parallelkurses teil (Sebastian Abel, Lutz Cloos, Sebastian Pfeiffer, Jochen Diederich, Frederik Sahm), die in der Klassenstufe 13 in einem gemeinsamen Kurs Erdkunde fortsetzen wollen, außerdem drei Referendare (Markus Döbbeler, Dr. Björn Hendel und Annette Gerber).

Wie bereits gesagt, wurde die inhaltliche Vorbereitung vom Kurs selbst geleistet. Dazu erhielten die Schülerinnen und Schüler in der Stunde am 30.05.01 Material, das in Kleingruppen (2-3 Schüler) zu erarbeiten und an den verschiedenen Stationen der Exkursion vorzutragen war.

Die Exkursionsroute folgte im Wesentlichen der Vorexkursion. Folgende Stationen wurden angefahren:

 

4.1    Etzweiler

Rundgang durch den Ort; thematischer Schwerpunkt waren Fragen der Teilnehmer und die Materialpräsentation zur Vorbereitung und Durchführung der Umsiedlung, den rechtlichen Grundlagen und der Entschädigung der Umsiedler.

Grundlage der Vorbereitung waren folgende Materialien:

Braunkohle im Spannungsfeld. Geographie und Schule, SH Okt. 1997, S.29,30

E.Klahsen/N.v.d.Ruhren, Braunkohlentagebau und Umsiedlung. Das Rheinische Braunkohlenrevier. Materialien 3, 1990, S.15-17, 17-21

A.Kreus/N.v.d.Ruhren, Braunkohlentagebau und Rekultivierung. Das Rheinische Braunkohlenrevier Materialien 4, 1999,S.19-21, M 19.20

Sophienhöhe. Eine neue Landschaft entsteht. Köln 2000. M 28a-35a, Lehrerinformation S.34-40

 

4.2    Sophienhöhe/Tagebau Hambach

Neben Informationen zum Tagebau Hambach, der von der Sophienhöhe aus sehr gut ein-gesehen werden kann - die Schülerinnen und Schüler bedauerten allerdings die große Entfernung zu den Baggern und Absetzern - wurden bei dieser Station vor allem Fragen der forstlichen Rekultivierung/Renaturierung behandelt. Dafür bietet gerade die Sophienhöhe gute Voraussetzungen, da die auf gleicher Höhe anschließende jüngere Innenkippe einen Vergleich unterschiedlicher Rekultivierungsstadien zulässt.

Ausgehend von den Zielsetzungen der Rekultivierung durch die Rheinbraun AG, wurden die einzelnen Aspekte einer unterschiedlichen Kritik unterzogen. Überwiegend positiv bewerteten die Schülerinnen und Schüler die Erholungsfunktion der Außenkippe (Wanderwege, Tiergehege). Die Aufforstung wurde primär unter dem Gesichtspunkt der Rekultivierung gesehen, bei der wohl die Festigung der Hänge durch das Wurzelwerk schnell wachsender Bäume und Sträucher (z.B. Pappeln) eine wichtige Absicht war. Von Renaturierung könne allein deshalb nicht gesprochen werden, weil die Aufschüttung eines die Ebene um 200 m überragenden Berges für die Vegetation andere Lebensbedingungen bietet, so z.B. für Erlen, die typisch für Talauen und Niederungen sind.

Als Informationsgrundlage für die Station Sophienhöhe dienten folgende Materialien:

A.Kreus/N.v.d.Ruhren, Braunkohlentagebau und Rekultivierung, a.a.O. S. 31-37

Rheinbraun informiert. Forstamt Rheinbraun, 1994

Sophienhöhe., a.a.O., M 12a-16a; Lehrerinformation S.11-21

 

4.3    Inden/Altdorf

Am Beispiel von Inden/Altdorf wurden im Zusammenhang mit der Umsiedlung Fragen der Errichtung neuer Siedlungen diskutiert: Motive und Ziele der Gruppenumsiedlung, für die sich ca. 70 % der Umsiedler entscheiden/Realisierung der Wünsche; Kriterien der Standortwahl/ Interessenkonflikte am Beispiel Indens; Physiognomie und Struktur der neuen Siedlungen; soziale und psychische Aspekte/Probleme der Umsiedlung,; (Un-) Zufriedenheit der Umsiedler mit der neuen Siedlung; Problemgruppen (ältere Menschen/Landwirte/Gewerbetreibende).

Materialbasis:

W.Braun u.a., Braunkohlentagebau und Umsiedlung im Rheinischen Revier. Geostudien - Sonderfolge 3, Köln 1996, S. 116, 128-132, 172/3, 205-207

F.Dickmann, Anspruch und Wirklichkeit von Ortsumsiedlungen im Rheinischen Braunkohlenrevier. Aachener Geogr. Schriften H.29, 1995 S. 132-135

 

4.4    Kraftwerk Weisweiler

Die Exkursionsroute führte direkt am Kraftwerk Weisweiler vorbei, zu dem der Kursleiter einige Informationen im Vorbeifahren gab.

Materialbasis:

RWE Energie, Kraftwerk Weisweiler. Eschweiler o.J.

 

4.5    Tagebau Inden

Vom Kraftwerk Weisweiler führte die Fahrt um den Tagebau Inden herum. Dabei wurde ein kleiner Umweg durch Fronhoven/Neu-Lohn gemacht, um einen weiteren Eindruck von einer neuen Siedlung zu ermöglichen. Berührt wurde dabei die landwirtschaftliche Rekultivierungsfläche des sich westlich anschließenden ehemaligen Tagebaues Zukunft mit dem Weiler Langweiler.

Letzte Station der Exkursion war der Aussichtspunkt in den Tagebau Inden am Südrand von Bourheim. Von hier aus ergab sich aufgrund der geringeren Entfernung im Vergleich zur Sophienhöhe eine sehr gute Einsicht in den Tagebau, der modellhaft dem in der Anfangsphase der Reihe eingesetzten Arbeitsblatt "Schematische Darstellung einer Tagebauentwicklung" entspricht. Hinzu kommt das diesem Tagebau zugeordnete Kraftwerk Weisweiler im Hintergrund, das das im Unterricht gewonnene Ergebnis bestätigt, dass die Braunkohle wegen ihres relativ geringen Heizwertes überwiegend in unmittelbarer Nähe des Abbaus verarbeitet wird.

Materialbasis:

Rheinbraun informiert. Tagebau Inden. Köln 1998

 

 

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