Interpretation zum Quicklook Malaga

Links das (NIR, Rot, Grün)-Komposit, dazu gehört die nachfolgende Interpretation,
rechts das (Rot, NIR, Grün)-Komposit zum Vergleichen

Die Costa del Sol östlich von Malaga (1) weist nur stellenweise schmale Küstenebenen auf. Meist steigt das Küstengebirge (4) steil an, im SW-Quadranten erreicht es 1000m bis 2000m Höhe, in der Sierra Nevada im NO-Quadranten wird die 3000m-Marke weit überschritten (5= Mulhacén 3478m). Westlich und nördlich schließen an die Sierra Nevada ausgedehnte Becken (z.B. um Granada = 6) und Talschaften an. Im NO, aber auch nach NW hin folgen erneut Hochgebirge mit Höhen bis rund 2000m (7).
Entlang der Küste sinken die jährlichen Niederschläge von Malaga nach Almeria (im O gerade nicht mehr abgebildet) von 600mm auf knapp 200mm, die Zahl der ariden Monate steigt von 5 auf 12. Der hellgraue Küstenabschnitt (3) im SO-Quadranten gehört zur trockensten Region Europas und ist eine Halbwüste! Da die Trockengrenze des Waldes bei ca. 300mm Jahresniederschlag liegt, können sich Bäume hier nicht halten. Die spärlichen Winter- und Frühjahrsniederschläge reichen nicht, um ausgedehntere Bewässerungskulturen (Obst, Gemüse, Wein) anzulegen, wie sie sich in roten Farben im W-Abschnitt der Küste (z.B. 2) zeigen. Auf den Gebirgszügen (4) hinter der Küste deuten graubraune Farben auf Trockenwälder und ihre Degradationsformen. Von Natur aus kommen Steineichenwälder (Quercus ilex) und darüber bis zur Waldgrenze in ca. 2000m Höhe Filzeichenwälder (Quercus pyrenaica) vor. Aufgrund der Sommerdürre ist die pflanzliche Produktion gering (braune bis graubraune Farben). Nur die Wälder in den Hochlagen (8) zeigen durch rotbraune Töne, dass hier noch ausreichend Feuchtigkeit für Wachstum vorhanden ist. In der alpinen Stufe der Sierra Nevada schließen sich Ginsterheide, Dornenpolster und Trockenrasen an, die jedoch jahreszeitlich bedingt weitgehend vertrocknet sind (9 = graue Farben, durchsetzt von wenig schwachem Rot). Die sehr kleinräumig verbreiteten graugrünen Töne in der nivalen Stufe am Mulhacén (5) zeigen anstehenden Fels oder Schuttfluren. In Talschaften und Becken zwischen den Gebirgen ist die Vegetation im Hochsommer vertrocknet (hellgraue Farben). Durch leuchtendes Rot heben sich jedoch Bewässerungskulturen entlang der Flüsse, z.B. bei Granada (9), ab.

(Aus R.Bochter, Verlauf der Jahreszeiten in Südeuropa)