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Ausblick

 

Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung und -verteilung


 

 

 

Demographische Entwicklung auf Mallorca zwischen 1950 und 1999                                  (Quelle Schmitt, 1999 S.77)

Durch den Massentourismus hat seit 1960 ein tiefgreifender Wandel in der Bevölkerungsentwicklung, -struktur und -verteilung stattgefunden. In den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts war Mallorca durch Abwanderungen geprägt, was sich in einen positiven Wanderungssaldo umgewandelt hat. 80% der 1986 registrierten, nicht auf den Balearen geborenen Einwohnern sind erst nach 1960 eingewandert. 1991 setzte sich die Bevölkerung Mallorcas zu 25% aus Einwanderern von außerhalb der Baleraren und zu 4% aus Ausländern zusammen (Schmitt, 1999 S.78). Diese ca. 30% der Bevölkerung sind trotz z.T schon langjährigen Aufenthalts nicht der katalanischen Sprache mächtig. In dieser Zeit wuchs aber auch der Geburtenüberschuss. Zur gleichen Zeit fand ebenfalls ein Wandel von einer ländlichen in eine städtische Gesellschaft statt.

Bevölkerungszahl, -dichte und -entwicklung auf Gemeindeebene 1995      (Quelle:Schmidt 1999, S.79

     

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Der Tourismus auf Mallorca hat auch zu einer Veränderung der regionalen Bevölkerungsverteilung geführt. Die Schwerpunkte der Bevölkerungs- konzentration sind zum einen die Hauptstadt Palma, dann die Achse Palma - Alcudia sowie die Küstenregionen. Letztere haben durch den Tourismus z.T eine Zunahme von >100% in der Zeit von 1971 bis 1995 zu verzeichnen. Auf der anderen Seite haben agrarisch geprägte Gemeinde im Landesinneren eine Stagnation bzw einen Rückgang erlebt. Die Bevölkerung in diesen Gebieten zeigt auch eine deutliche Überalterung.

 

 

 

 


Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Erwerbsstruktur

 

Erwerbstätige auf den Balearen nach Wirtschaftssektoren (Quelle: Schmitt 1999, S.83)

Im Bereich der Erwerbsstruktur lässt sich ein deutlicher Wandel vom primären zum tertiären Sektor, d.h. von der traditionell ländlichen Gesellschaft zur Dienst- leistungsgesellschaft feststellen. Dieses führt aber auch zu einer ökonomischen Abhängigkeit von dem Tourismus, der den größten Teil der Arbeitsplätze in diesem Sektor stellt. In dem sekundären Sektor zeigen sich ähnliche Abhängigkeiten, denn das Baugewerbe arbeitet ebenfalls überwiegend für den Ausbau der touristischen Infrastruktur und auch die traditionelle Lederwaren-, Schmuck- und Textiindustrie stellt sich zunehmend auf den touristisch orientierten Markt ein.

Innerhalb der Landwirtschaft geht mit dem Rückgang der Erwerbstätigen auch ein Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe und der agrarisch genutzten Fläche einher. Von der Betriebsaufgabe waren vor allem Kleinbetriebe <10 ha betroffen, während bei den Kleinstbetrieben <1 ha eine Zunahme als Folge von der Umwandlung von landwirtschaftlichen Betrieben in Zweitwohnsitze festzustellen ist. Dieser Trend bewirkt eine Entwicklung des Tourismus auch im Landesinneren und ein Anstieg der Bodenpreise. Bei den existierenden landwirtschaftlichen Betrieben lässt sich zwischen den Kleinbetrieben unterscheiden, die am Rande der Rentabilität wirtschaften und "in den Spekulationsprozess um eine mögliche Umwandlung in Freizeiteinrichtungen und Zweitwohnsitze einbezogen werden" (Schmitt 1999, S.87) und den meist größeren Betrieben, die überwiegend für den Bedarf der Touristen produzieren (Viehzuchtbetriebe mit bewässertem Futteranbau und Betriebe mit bewässertem Obst- und Gemüseanbau). Die für den Mittelmeerraum charakteristische Olivenkulturen auf den terrassierten Feldern der Sierra de Tramontana sind von 1860 bis 1992 um 50% zurückgegangen. Ein Grund hierfür ist auch der Arbeitskräftemangel während der Erntezeit bedingt durch die Konkurrenz des Dienstleistungssektors.

Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftssektoren (Quelle: Schmitt 1999, S. 83)         

Insgesamt gesehen hat der Tourismus der Insel Mallorca und seinen Bewohnern eine besondere wirtschaftliche Position innerhalb Spaniens verschafft: Das Pro-Kopf-Einkommen lag 1998 mit 43000 DM fast doppelt so hoch wie auf dem Festland, die Arbeitslosenquote liegt mit 13,8% weit unter dem Durchschnitt. Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre betrug jeweils etwa 5%, 1999 sogar 6%, das sind doppelt soviel wie in Gesamtspanien.

 

 

 

                    

 

 



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