I. Interpretation des Radarkomposits
mit Hilfe des Landsatbildes

1. Am Anfang steht ein einfacher Vergleich des Radarkomposits mit den bisher erkannten Strukturen.

2. Darauf folgt die experimentelle Suche nach einem geeigneten Falschfarbenkomposit von Landsat (Bodennutzungsaussagen), das ähnlich wie das multitemporale Radarkomposit aussieht. RGB=(743) leistet dies, noch besser aber RGB = (473) von Landsat.
Die Übertragung der Landsat-Interpretation auf das Radar-Komposit zur Erklärung der Reflexionsintensitäten konnte nun direkt erfolgen.

Der Vergleich von Radar- und Landsat-Komposit

Multitemporales Komposit aus 3 Radaraufnahmen des ERS-2-Satelliten
RGB = (Oktober 97, Mai 97, Januar 97)

Im Oktober: gemähte bzw./und beweidete Wiesen reflektieren stark
Im Mai: Wald- und Moorflächen reflektieren besonders stark
Im Januar: Eis und Schnee reflektieren stark
Durch alle Monate gleichbleibende Reflexion führt bei RGB zu einem Grauwert, im Extremfall zu einem Weiß (so bei Hangkanten nach Osten oder Südosten, bei großen Straßen, Siedlungsflächen und bei der Bahnlinie)..

Landsat RGB = (NIR, SWIR, Rot)
= (473) vom 24. April 1997


Ein Falschfarbenbild für frisches Blattgrün, für Feuchte und für welke Blätter soll einen ähnlichen Farbeindruck wie das Radarkomposit hinterlassen.
Kanal 4 signalisiert NIR, und damit jugendliche Zellen (Biomasse). Wiesen erscheinen damit in unterschiedlichem Rot.
Kanal 7 siganlisiert SWIR, und damit Feuchte.
Kanal 3 siganlisiert Rot, und damit Laub, Moor oder Boden

Wieviel Rot = NIR = Biomasse
Wieviel Grün = SWIR = Feuchte
Wieviel Blau =VIS-Rot = welkes Laub

Mischen Sie selbst die Farben Lila, Hellblau oder Gelb über das RGB-Tool.

Schieben Sie das Tool nach Aufruf auf dieses Feld.

Hier noch eine kleine Matrix zur Farbbestimmung. Damit lassen sich die Farben eines Komposits auch ohne Kenntnis der Graustufenbilder analytisch bearbeiten.

Es zeigt sich, dass die Landsat-Interpretation (zu einem Termin) nahezu 1:1 auf das multitemporale Radarkomposit übertragbar ist. Damit ist aber noch nicht geklärt, warum Radar die unterschiedliche Bodennutzung unterscheiden kann.