Ein InfoSCHUL-Arbeitsplan aus dem Jahr 2000,
die Argumente gelten auch noch 2004

Das InfoSCHUL-Projekt "Satellitengeographie im Unterricht" steht und fällt mit der Bereitschaft aller beteiligten Schüler und Lehrer,
a) die Möglichkeiten der neuen digitalen Medien im Fachunterricht effektiv zu nutzen (Information, Kommunikation, Gestaltung, Methodentraining),
b) auch die eingefahrenen Unterrichtsformen aus den 70er Jahren zu überdenken und an die gesellschaftlichen Anforderungen anzupassen.
Bis in die 80er Jahre stand die Studierfähigkeit im Mittelpunkt der Sekundarstufe II. Heute ist es eher die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Da muss Unterricht zwangsläufig anders aussehen: Unterricht soll individuelle Sicherheit vermitteln, soll befriedigen, soll Freude machen (nicht zu verwechseln mit Spaß), soll neugierig machen, dies gilt gleichermaßen für Lehrer und Schüler. Das Projekt soll auch hierzu einen Beitrag liefern.

Informiert sein über den Stellenwert der individuellen Arbeit ist ein sehr wichtiger Impuls für das Gelingen von Unterricht und Projektarbeit.
Deshalb die Projektbeschreibung an Schüler und Kollegen vermitteln!
Die Initiative "Satellitengeographie im Unterricht" ist das deutsche Gegenstück zur gemeinsamen europäischen Anstrengung der Engländer, Dänen, Norweger, Italiener, Spanier und Franzosen eine Website zur Fernerkundung für Schulen zu entwickeln. Die Deutschen sind (wurden) daran nicht beteiligt. Kanada (CCRS) und USA (NASA, GLOBE) sind in gewissem Sinn Vorbilder für unser deutsches Schulprojekt.
Alle reden von den neuen digitalen Medien, wir sind mit die ersten, die konkrete Unterrichtssituationen erproben. Satellitengeographie ist schulisches Neuland. Informationsverarbeitung und Bildverarbeitung werden bald zum grundlegenden Instrumentarium im Umgang mit den Neuen Medien werden. Mitmachen bringt einen Know-How-Vorsprung!
Satellitengeographie liefert eine gute berufliche Grundlage und eine solide Vorbereitung fürs Studium, nicht nur wenn es um Umweltüberwachung mittels Satelliten geht.
Fachübergreifende Schwerpunkte liegen beim Erwerb von Kompetenzen in den Bereichen Arbeitstechniken, Präsentationsformen und Teamarbeit. Vielfach betreten Lehrer und Schüler hier gemeinsam Neuland!
Unterricht muss sich den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen stellen. Unser Projekt macht konkrete Vorschläge:
Ein didaktisches 3-Phasen-Modell (*) für die Unterrichtsgestaltung, ein methodisches Konzept "Informationsverarbeitung" (*), eine neue Individualisierung des Lernens über "sich informieren (erst) bei Bedarf", Kommunikationsformen als Grundlage der Gewinnung von Kompetenzen, "wie ich mein Wissen am besten verkaufe".
Die Projektschulen können (sollen) ihr individuelles Aufgabenprofil (Themeninsel 2 und 3) entwickeln. Schüler und Lehrer haben hier einen breiten Gestaltungsspielraum. Die Arbeitsergebnisse können überschulische Bedeutung erlangen. Unser Internet-Portal "SatGeo.de" ist eine geeignete Plattformen zur Veröffentlichung. Auch für hervorragende Leistungen bzgl. "Jugend forscht" eignet sich unser Internet-Portal. Die Publizität unserer Website hängt ausschließlich von unserem Einfallsreichtum ab!
Die Arbeitsergebnisse des Projekts werden im Jahr 2001 auf CD-ROM veröffentlicht und dann auf der Website systematisch verbessert. Microsoft und DLR haben ihre tatkräftige Hilfe zugesagt.
Am Ende des Projekts steht eine Zertifizierung für Schulen/Schüler/Lehrer.

Findige Köpfe werden gebraucht und unterstützt! Es geht um die Erneuerung der Institution Schule. Wir betroffenen Lehrer und Schüler können hierzu die besten Beiträge liefern!

Konkreter Arbeitsplan für die beteiligten Lehrer

1. Nachfolgende vier Texte studieren und eigene Unterrichtsplanung entwickeln.
a) 3-Phasen-Unterricht, b) Informationsverarbeitung, c) zum Einsatz von Medien,
d) Unterrichtsformen

2. Schüler für das Projekt begeistern, dazu eine eigene Stunde verwenden.

3. Mobile Einheit besorgen (wenn nicht schon vorhanden), Computerraum-Belegung organisieren, Zugang von den Schülerplätzen auf eine zentral eingelegte HTML-CD-ROM (Offline-CD-ROM) im Netz ermöglichen.

4. In die Phase der eigentlichen Vorarbeiten eintreten
Zuerst die notwendigen Wissensgrundlagen schaffen und zwar stets in Verknüpfung mit den Lerninhalten des Lehrplans.
Fachübergreifendes Software-Training, soweit im Computerraum an jedem Schülerplatz verfügbar: Textverarbeitung (z.B. Word), Präsentationssoftware (z.B. PowerPoint), Bildverarbeitung (PaintShopPro 5 oder 6 mit Animation Shop), HTML-Editor (z.B. Corel Webdesigner), Mindmanager, neueren Internet-Browser.
Bei der Software-Schulung jeweils nur kurze Einführung geben, am besten im Klassenzimmer: Was macht man mit einer Software schwerpunktmäßig? Welche Konzepte stehen hinter dem Werkzeug (z.B. bei HTML oder bei Pixel-Grafik)? Welche Arbeitskonzepte bieten sich für die Software an (z.B. Archivierung, Ablageformate etc.)? Kompetente Schüler können diese Aufgabe meistern.
Eine lehrplankonforme Aufgabe zur Vertiefung einer Software im Computerraum in Partnerarbeit sollte folgen. Bei Textverarbeitung z.B. ein kleiner Aufsatz über ..., beim Internet-Browser eine geeignete Suchaufgabe, mit dem Mindmanager z.B. Brainstorming über Begriffe machen lassen, oder noch besser: Zuerst "Informationsverarbeitung" kurz besprechen und über den Mindmanager nachbereiten lassen.
In jeder Klasse eine Schülerin oder einen Schüler als Softwareberater für jeweils eine Software einsetzen. Diese Schüler Tipps und Tricks sammeln lassen. Mehr als 6 Stunden sollten für diese 6 Softwaretypen nicht aufgewendet werden. Bei nur 2-stündigem Unterricht sollten Lehrer der anderen Fächer zur Mitarbeit gewonnen werden.

Themeninsel 1 vorbereiten: Wenn die Strukturanalyse des Nahraums im Lehrplan Ihrer Klasse vorgesehen ist, dann sollte dieses Aufgabenfeld möglichst bald angegangen werden:
- Arbeitsplanung mit dem Mindmanager
- Topographische Situation - geographische Besonderheiten - Fotodokumentation
- Arbeitsziel: Wie lässt sich der Nahraum auf der Homepage darstellen? Die Umsetzung erfolgt erst später!

Themeninsel 2 vorbereiten: Themenschwerpunkt der Schule
Was kann die Klasse im Rahmen des Lehrplans zum gewählten Themenschwerpunkt beitragen? Ein Glossar zu den einschlägigen Fachbegriffen zusammentragen lassen! Bibliothek, Schulbuch, Zeitschriften, Internet benutzen. Die wesentlichen Begriffe sind vom Lehrer selbst einzubringen.

Themeninsel 3: In Methodik einführen. Dazu mindestens die beiden nachfolgenden Schwerpunkte mit den Schülern trainieren.
- Die Stationen der Informationsverarbeitung,
- Präsentationstechniken vor der Klasse. Am besten mit der Klasse einen Bewertungsrahmen für Präsentationen erarbeiten, dann weiß jeder, auf was es ankommt.

5. Workshop für die am Projekt teilnehmenden Lehrer, im Jahr 2000 in Ismaning imBildungszentrum der Telekom, im Jahr 2001 im Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuren.
Themenkreise beim ersten Workshop:
- Software: PaintShopPro und Animation Shop, Mindmanager, PowerPoint, Corel-Webdesigner, Landsat, ENVI-Freelook, Idrisi, Gisis
- Fachmethodik: Bildverarbeitung, Foto-Exkursion mit Satellitenbildern zum Flughafen München
- Geographische Inhalte: Erkennbarkeit, Geomorphologie, Agrargeographie, Landeskunde
- Praxis-Erleben: FrontLiner-/Computerraum-Präsentation
- Materialien: CD-ROMs und Internet
Der zweite Workshop beschäftigte sich schwerpunkmäßig mit der Umsetzung im Unterricht. Anschließen wird sich ein termingebundener Tele-Learning-Kurs über Aufgaben von der Website mit Lösungen und Übungen über eMail-Austausch. (
War ein Flop!)

6. Projektarbeit zur Satellitengeographie
Die vorbereiteten Materialien werden beim Workshop auf schulspezifischen CD-ROMs übergeben.
Tutorials und Unterrichtsbeispiele liegen im Oktober auf CD-ROM und auf der Website "SatGeo.de" für den allgemeinen Zugriff auch von zuhause bereit.

Jeder Schüler muss mindestens 1 Tutorial mit den 4 Levels Überblick, Vertiefung, Übung und Präsentation absolvieren, z.B. Bildverarbeitung.

In Teamarbeit (Klasse oder mehrere Klassen) sind die Arbeitsergebnisse zur Strukturanalyse oder zum Schwerpunktthema als kommentierte digitale Präsentation aufzubereiten, eine Bildersammlung reicht nicht! Zu verwendende Software: PPT oder HTML oder Mindmanager.

In den Projektklassen ist eine Auswahl von geeigneten Unterrichtsbeispielen von der CD-ROM zu erproben und kritisch zu werten. Verbesserungsvorschläge (keine Ausarbeitungen!) sind erwünscht.

7. Gelegentliche Zwischenberichte bzw. kleine Beiträge für die gemeinsame Website "SatGeo.de" (mit Foto der Autoren) werden erwartet. Ab Schuljahr 2001/2002 wird hierbei ein Schwerpunkt auf die Gestaltung von einzelnen Stundenskizzen gelegt.

8. Die besonders interessierten Schüler werden gesondert fortgebildet, damit sie den Lehrern an den Verbundschulen zur Seite stehen können.

In der Rückschau recht interessant. Die "engen" Vorgaben konnten oft nicht erfüllt werden.


Ein beispielorientierter Ansatz (verkürzter Arbeitsplan) findet sich hier.

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