La Palma (Kanarische Inseln)
Die Kissenlava in 600 m ü.NN erklärt
die Entstehung der Caldera


Solch eine Kissenlava findet sich in der Caldera.
Sie kann nur unter dem Meeresspiegel entstehen. Wie kommt sie in 600 m Höhe?


Mouseover zeigt ein Foto in die Caldera de Taburiente
(oben ist Süden!)

Bei diesem Anblick streiten sich die Gelehrten. Welche Hypothese stimmt?

1. Die Caldera ist ein gewaltiger Krater eines großen Vulkans.

2. Die Caldera entstand durch Einsturz einer Magmakammer nach einem Vulkanausbruch, der die Kammer leer geschossen hat.

3. Die Caldera entstand durch Absenkung eines Teils der ozeanischen Platte, auf der der zu schwer gewordene Vulkan steht.

4. Die Caldera entstand durch Hangrutschungen am Steilhang zur Tiefsee.

5. Die Caldera entstand einfach durch rückschreitende Erosion. Wasser spülte die vulkanischen Lockermassen ins Meer.

Sammeln wir zuerst einmal geologische Aufschlüsse, die uns die Entstehung erklären helfen.


Das Landsat-7-Bild, RGB=(321)
Der rote Punkt zeigt die Blickrichtung des jeweiligen Fotos.

Was spricht gegen und was spricht für die einzelne Hypothese?

Gegen 1. spricht: So große Kraterdurchmesser sind für Schichtvulkane unwahrscheinlich.

Gegen 2. spricht: Es fehlen großflächige und mächtige Decken aus ausgeworfenem Material als oberste Schicht. Wäre der Krater eingestürzt, dann wäre auch die Kissenlava von der Oberfläche verschwunden. Sie liegt aber weit verbreitet bis in Höhen von 600 m.

Gegen 3. spricht: Ein kleinräumiges Abbrechen und Absinken einer 10 km dicken ozeanischen Platte ist nicht vorstellbar. Außerdem wäre auch die Kissenlava mit abgesunken.

Für 4. spricht: Ein seitliches Wegdrücken des Vulkanschlotes (aus Lockermaterial) durch emporgepresste Magma ist ein wahrscheinlicher Auslöser für einen riesigen Erdrutsch. Das Abrutschen der Lockermassen auf dem schrägen und festeren Untergrund der Kissenlava zur Tiefsee ist naheliegend. Die Kissenlava bildete eine schräge Gleitfläche.
Die schrägstehenden Schichten am Caldera-Rand sind Reste der abgerutschten Massen. Die zerrütteten Gesteine zeigen die Bewegungsrichtung der Felsbewegungen.
Die Verebnungen am ehemaligen See zeigen, dass der Erdrutsch in Etappen und langsam abgelaufen ist. Das treppenförmige Abrutschen reicht bis 1000 m unter den Meeresspiegel. Das Profil der Insel und die Untersuchungen von Carracedo auf dem Meeresgrund bestätigen die Theorie.

Für 5. spricht: Die fluviatilen Ablagerungen bei Puerto de Tazacorte zeigen die großen Transportleistungen durch Erosion und die Wirkung eines wechselnden Klimas (zuerst Terrassenbildung, dann Tiefenerosion).

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