Einzelbeispiel satellitengestützter Erderkundung

NDVI/SST 21-Tage Komposit über Europa


Satellit: NOAA-11 NOAA-12
Sensor: AVHRR
Verfahren: Land: Maximum NDVI
Ozean,Seen: Mittelwert SST
Bilderstellung: DLR, Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum (DFD)
Aufnahmedatum: 22. Juli - 11. August 1994
Koordinaten: Mitteleuropa
Pixelgröße: 1.1 km * 1.1 km

Das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum der DLR empfängt täglich bis zu sechs
Passagen der polarumlaufenden amerikanischen NOAA-Satelliten, die mit dem "Advanced
Very High Resolution Radiometer" (AVHRR) einen Sensor tragen, der vom sichtbaren
Rot bis zum thermischen Infrarot in fünf spektralen Kanälen die von der Erde kommende
Strahlung mißt.

Im DFD werden neben der Archivierung der Rohdaten auch regelmäßig veredelte Produkte
aus diesen Daten für viele wichtige Anwendungen hergestellt. So werden täglich in
drei verschiedenen Seegebieten Karten der Meeresoberflächentempertur (eng. Sea Surface
Temperature, SST) produziert und den Nutzern zur Verfügung gestellt. Auf der Landoberfläche
wird ein Vegetationsindex als normalisierte Differenz im nahen Infrarot und im sichtbaren
Rot erstellt (eng. Normalized Difference Vegetation Index, NDVI), der wichtige Aussagen
über die Grünheit und der Phänologie der Pflanzenbedeckung liefert.

Das vorliegende Bild zeigt eine eindrucksvolle Kombination beider Informationseinheiten.
Der fast wolkenfreie Blick auf die Erde entsteht dadurch, daß 105 Einzelaufnahmen
so kombiniert wurden, daß wolkenbedeckte Bereiche durch jeweils wolkenfreie des
nächstfolgenden Tages ersetzt werden ("Wolken ziehen weiter"). Sind an einem Meßpunkt
mehrere "wolkenfreie" Meßungen vorhanden, so wurde auf der Landoberflache der maximale
NDVI-Wert und auf der Wasseroberfläche der Mittelwert aller Messungen übertragen.


Um dem Betrachter die Aufnahme der Satellitenmessungen zu erleichtern, wurden
die SST- und die NDVI-Werte farbkodiert:

NDVI: von -0.1 bis 0.7 (braun bis dunkelgrün)
SST: von 0.0 bis 32.0 Grad Celsius (violett bis rot)

Quelle: VSoft, return to the earth 2, DLR