Multitemporale Auswertungen,
der zeitliche Wandel in Datensätzen wird dargestellt

Gleicher Sensor - verschiedene Aufnahmezeitpunkte

Bei multitemoralen Auswertungen gibt es zwei Hauptproblemkreise:

1. Die Passgenauigkeit von Bildern aus verschiedenen Überflügen bereitet technische Schwierigkeiten. Die Bodenflächen (z.B. 30m x 30m) zu einem bestimmten Pixel bei einer Flughöhe um 800 km sind sehr schwer in genaue Deckung zu bringen.

2. Die Interpretation eines zeitlichen Wandels erfordert eigene Denkweisen im Vergleich zur Interpretation einer statischen Momentaufnahme. Was bedeutet eine Zunahme bzw. Abnahme von Intensitätswerten für einzelne Punkte?
Nur in seltenen Fällen wird es gelingen, die Interpretation durch geeignete Farbgebung zu unterstützen.

Die Wege zur Erstellung multitemporaler Bilder sind recht unterschiedlich, der Interpretationsansatz orientiert sich weitgehend an der gewählten Bildbearbeitungsmethode.


a) Der Vergleich von Bildern zu zwei Terminen geschieht am effizientesten über den normalisierten Differenzen-Index. Die Ergebniskarte liegt dann als Grauwertekarte oder Karte mit Farbpalette vor und wird interpretiert.
Hier sollen zwei NDVI-Karten verglichen werden. Bei NDVI wird speziell das NIR und das rote Licht verwendet.


NDVI im März

NDVI im September


normalisierte Differenz aus den beiden Bildern:
(Sept-März)/(Sept+März)
Rot für Erhöhung des NDVI, Gelb für Abnahme des NDVI
in der Zeit von März bis September
Palette 7 in "Landsat"
Wo es "gelb" oder "rot" ist, da sind Zunahmen der Biomasse zu verzeichnen,
die "blauen" Gebiete haben abnehmende Biomasse.


b) Der Vergleich von Bildern zu drei Terminen benutzt die RGB-Methode des Farbkomposits.
Im RGB = (Sept, Juni, März) bedeutet eine grüne Fläche, dass die Intensitätswerte eines Pixels im Juni höher sind als im September oder März. Diese Situation muss mit Inhalt versehen werden, d.h. interpretiert werden:


NDVI RGB=(Sept., Juni, März)

Beckenlagen zeigen bereits im März (blau) starkes pflanzliches Wachstum,
Mittelgebirge ziehen erst im Juni (grün) nach, im Hochgebirge und in den Bewässerungsgebieten ist das pflanzliche Vegetationsoptimum im September (rot).


c) Der Vergleich von drei und mehr Terminen gelingt über eine Klassifikation. Bei der Aufklärung der in der Legende ausgewiesenen Flächen hilft nur eine Recherche im Gelände.


NDVI-Zyklen-Karte


d) Der Vergleich mehrer Termine mit Hilfe einer Animation lässt die Veränderungen intuitiv erkennbar werden. Diskussionen und häufiges Ansehen der gleichen Animation helfen bei der Interpretation.


NDVI: Wandel der Biomasse für 1998