Eine Klimakarte von Spanien,
entwickelt aus Satellitenbilddaten von NOAA

Die Auswertung der NDVI-Klimakarte (als Album)
Interpretation der Cluster einer unüberwachten multitemporalen Klassifikation

1. Was sieht man eigentlich mit Hilfe des NDVI-Index?

a) Der NDVI-Index zeigt die Intensität der Vegetation, er zeigt wie "grün" eine Landschaft ist.

Intensitätsstufen Verteilung der Cluster
hoch 4, 7
mittel 2, 6
gering 3

b) Der NDVI-Index zeigt im jahreszeitlichen Verlauf an, wie lang die Vegetationsdauer ist, d.h. wie lang die Vegetation aktiv ist. Dabei wird die Vegetationsdauer in Abhängigkeit von Frost und Aridität angezeigt.

Vegetationsdauer Verteilung der Cluster
lang 4, 7
mittel 2, 6
kurz 3

c) Der NDVI-Index zeigt im jahreszeitlichen Überblick Verlaufstypen des pflanzlichen Wachstums.

Verlaufstypen Verteilung der Cluster
schwankend, mit sommerlichem Maximum des NDVI,
auch mehrere Maxima im Jahresverlauf
5 (a, b)
relativ gleichbleibend mit sommerlichem Maximum des NDVI 4, 7
breites NDVI-Maximum im Frühjahr und Frühsommer,
zum Herbst stark abfallend
2, 6
NDVI-Maximum im Winter und Frühjahr,
im Sommer stark abfallend
3
NDVI stark schwankend auf sehr niedrigem Niveau 5 (c)

2. Was zeichnet die Pixelverteilung jeweils eines Karten-Clusters in der Natur nach? Welches Wirkungsgefüge beschreibt ein Cluster?
Die nachfolgende Klassenbeschreibung gilt nur für den subtropischen Teil der Klimakarte (iberische Halbinsel).

Hochgebirgszüge - Cluster 5 (a)

Die Höhenstufen der Vegetation über der Baumgrenze:
Mattenzone, Latschen, Polster, Flechten, z.B. Pyrenäen und Sierra Nevada
a) Die Intensität ist gering: wenig aktive Biomasse und niedriger Blattflächenindex (LAI)
b) Die Vegetationsperiode ist kurz wegen langer Frostperiode
c) der Verlaufstyp ist gekennzeichnet von der Parallelität zum Temperaturverlauf mit Max. im Sommer;
Fehlende Daten durch häufige Bewölkung lassen den Verlauf z.T. sprunghaft erscheinen

Gebirgszüge - Cluster 7

Waldgebiete unter der Baumgrenze, zumeist die Nadelwaldstufe, im Süden auch die Hartlaubstufe
(Die Sonderform der importierten Pappelwälder westlich von Granada sehen gleich aus.)
a) Die Intensität ist insgesamt hoch, obwohl die aktive Biomasse nur mittlere Werte hat, entscheidend ist die hohe Blattflächendichte (LAI)
b) Die Vegetationsperiode ist etwa 9 Monate lang
c) Der Verlaufstyp zeigt für den NDVI ein Maximum im Frühjahr, das sich zum Sommer hin nur wenig verringert

Höhenrücken - Cluster 2

Geschlossene Waldgebiete (z.B. Steineichenwälder) und geschlossene Garrigue
Für die Landwirtschaft ungeeignete Gebiete, häufig Nationalparks mit natürlicher Vegetation und geringen menschlichen Eingriffen in die Natur. Nicht zu sehen sind hier verkarstete Gebiete mit fehlender Vegetation bzw. mit sehr geringer Sekundärvegetation wie Macchie und Garrigue --> Typ 3
a) Die Intensität ist nur mittel wegen dem Mangel an Wasser
b) Die Vegetationsperiode dauert über 9 Monate
c) Der Verlaufstyp zeigt für den NDVI ein Maximum im Frühjahr, danach sinken die Werte stark ab

Gewässernetz - Cluster 6

Ackerbaugebiete mit Regenfeldbau bzw. Ackerbau mit ergänzender künstlicher Bewässerung,
auch Ackerbau mit intensiv genutzten Baumkulturen (Agrumen)
a) Die Intensität des NDVI ist mittel, da der Ackerboden immer wieder stark sichtbar ist (geringer Blattflächenindex)
b) Die Vegetationsdauer ist durch die sommerliche Trockenheit stark eingeschränkt
c) Der Verlaufstyp zeigt ein deutliches Maximum im Frühjahr. Es erstreckt sich oft über 3 Monate, danach fällt der Index ab, um im Herbst (Herbstniederschläge werden sofort genutzt) wieder rasch anzusteigen

Atlantisch geprägte Landschaften - Cluster 4

Ackerbaugebiete mit Regenfeldbau, Waldgebiete (undifferenziert) und Grünlandzonen
a) Die Intensität ist sehr hoch, da ganzjähriges Wachstum mit geschlossener Vegetation (außer in Ackerbaugebieten) der Regelfall ist
b) Die Vegetationsdauer liegt wegen der ausgleichenden Wirkung des Atlantik bei über 9 Monaten
c) Der Verlaufstyp orientiert sich ausschließlich am Temperaturgang, da die notwendige Feuchtigkeit für die Vegetation stets vorhanden ist

Trockengebiete - Cluster 3

Sekundärvegetation (Machie, Garrigue) und Baumkulturen (Oliven, Korkeichen, Mandeln) mit extensivem Ackerbau (Getreide oder Sonnenblumen im Frühjahr) und nachfolgender Weidewirtschaft (Ziegen, Schafe)
a) Die Intensität des NDVI ist gering
b) Die Vegetationsdauer ist wegen der hohen sommerlichen Trockenheit stark eingeschränkt
c) Der Verlaufstyp zeigt ein kurzes Maximum des NDVI im Frühjahr (Zeit des Getreidewachstums). Der NDVI nimmt dann sehr schnell und sehr stark ab, es kommt zumeist kein wesentlicher Anstieg vor dem nächsten Winter

Randerscheinungen, Sonderkulturen - Cluster 5 (b, c)

Intensivbewässerungsgebiete mit Kanalbewässerung und mit stark marktorientiertem Anbau
Sonderkulturen wie Tabak (Granada) oder Zuckerrohr (Motril)
Salzgärten, Lagunen mit spezifischer hochsommerlicher Algensituation
Sandstrände mit ausgedehnten Kiefern- und Pinienbeständen
Felsküsten mit Latschenvegetation
a) Die Intensität des NDVI ist extrem unterschiedlich
b) Die Vegetationsdauer ist durch die Trockenheit stark beschränkt, nur Bewässerung ermöglicht eine landwirtschaftliche Nutzung
c) Der Verlaufstyp ist recht uneinheitlich (Restklasse der unüberwachten Klassifikation),
bei Bewässerung sehr sprunghaft in Abhängigkeit vom Anbauzyklus der Feldfrüchte,
bei Salzgärten durch das plötzliche Algenwachstum;
bei Sandstränden und Felsküsten besteht zwar Kontinuität, doch auf geringstem Niveau


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