Flur und Gemarkung, Flurformen



Gemarkung ist die gesamte Wirtschaftsfläche einer Siedlungsgemeinschaft. Sie gliedert sich in

- Flur, das ist der individuell genutzte Raum, z.B. Garten, Acker, Wald
-
Allmende, das ist die gemeinschaftlich genutze Fläche, z.B. Wald, Weide, Waldweide, Dorfanger

Das Territorium einer ländlichen Siedlung

Die Ringe von außen nach innen:
- Allmende,
in Randlage
oft hängig oder moorig

- Flur
- Gärten
(privat)
- Siedlung
(z.T. mit einem Dorfanger als Allmendfläche)

Aus: Lienau, Ländl. Siedlungen, S. 70

 

Flurformen

Die Art der Parzellierung einer Flur legt die Begriffe aus der Flurformenlehre fest:
  • Größe und Lage
  • Umrißgestalt
  • Nutzungsart
  • Besitzzugehörigkeit

Flurformen entstehen in Abhängigkeit
– von der
Besitznahme (Initiative, Rechte), 
– von
sozialer Abhängigkeit der Bewirtschafter,  
– vom
Erbrecht der Besitzer.

Flurformenbeispiele

- Block- oder Streifenflur, hier ist die Form ausschlaggebend
-
Einödflur oder Gemengeflur, hier sind die Besitz- und Nutzungsrechte im Vordergrund der Überlegung
-
Hufen- oder Gewannflur weist auf die Art der Landvergabe hin

Blockflur

Kleinblockeinödflur

Streifenflur

Streifeneinödflur

Einödflur

Kleinblockeinödflur

Gemengflur

Kleinblockgemengflur

Hufenflur

Marschhufenflur

Gewannflur

Gewannflur

Osnabrücker Land: Welche Flurform?


Zoom!

Ob hier in der Mitte die Varusschlacht wirklich stattgefunden hat?
Kalkriese hat dazu ein eigenes Museum.
Was sagt die Flurform über die Landschaft aus?
RGB=(543) vom 20.10.1999 (Ackerflächen rot bis lila oder braun)


Rhön (Hessen): Welche Flurform?


Zoom!

Wo verläuft die ehemalige Grenze zwischen BRD und DDR?
Unterschiedliche Bodennutzungssysteme zeigen sich in der Kulturlandschaft.
RGB=(543) vom 11.09.1999 (Ackerflächen sind rot bis lila)


Donaumoos (Bayern): Welche Flurformen?


Zoom!

Unterschiedliche Boden- und Grundwasserverhältnisse werden
in diesem Bild der Donauniederung bei Ingolstadt sichtbar.
RGB=(543) vom 13.09.1999 (Ackerflächen sind rot bis lila)


Eine Flurformen-Studie der NASA


einzeln anklicken!

Around the world, agricultural practices have developed as a function of topography, soil type, crop type, annual rainfall, and tradition. In this montage of six ASTER sub-images, the differences are graphically illustrated by the variation in field geometry and size.
- In
Minnesota (upper left) the very regular grid pattern reflects early 19th century surveying; the size of the fields is a function of mechanization and that dictates a certain efficiency.
- In
Kansas (upper middle), center pivot irrigation is responsible for the field pattern.
- In
northwest Germany (upper right), the small size and random pattern of fields is a leftover from the Middle Ages.
- Near Santa Cruz,
Bolivia (lower left), the pie or radial patterned fields are part of a settlement scheme; at the center of each unit is a small community.
- Outside of Bangkok,
Thailand (lower middle), rice paddies fed by an extensive network of canals that is hundreds of years old, appear as small skinny rectangular fields.
- And in the Cerrado in southern
Brazil (lower right), cheap cost of land and its flatness have resulted in enormous farms and large field sizes.

Each ASTER sub-image covers an area of 10.5 x 12 km.

NASA/GSFC/METI/ERSDAC/JAROS,
and U.S./Japan ASTER Science Team


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