Vom neuen Wissen zum Handeln in der Klasse,
wie gelingt ein schulischer Umbruch
über
eine Lehrerfortbildung?

Mein Frust von der letzten Tagung sitzt noch tief in mir. Ich musste zusehen, wie die Kollegen sich innerlich gegen Veränderungen wehren. Ich musste erkennen, wie schwierig die aktuelle G8-Situation ist. Der Flyer "Die gymnasiale Oberstufe" zeigt die großen Erwartungen an uns Lehrer. Ich könnte zwar als Pensionist helfend beistehen und eigene Erfahrungen einbringen, ich stehe dabei aber vor einer unsichtbaren und vielleicht unüberwindlichen Mauer.
Ich selbst bin von Haus aus Experimentator. Ich bin mit High-Tech aufgewachsen, die meist nicht das erfüllte, was sie sollte. Das war mit meinem ersten Auto so, dann mit den ersten Computern in den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts und schließlich auch mit vielen meiner Schüler. Forschendes Lernen wurde dabei zu meinem Lebensplan, vielen Kollegen ist dies nach ihrer Kindheit verloren gegangen.
Ein Artikel in der SZ vom 7./8.Juni 2008 setzte mein Frusterlebnis in neues Licht: "Die Illusion vom großen Wandel, warum sich Menschen über 30 so schwer tun, sich zu verändern."

Für mich steht fest: Jeder von uns muss sich entscheiden, wie er die eigene berufliche Entwicklung in der aktuellen Situation des G8 angehen möchte, er darf sich aber nicht übernehmen:

Weiter wie bisher

-

Neues anpacken

Altbewährtes

-

Innovation und Experiment

Auftragnehmer,
    Vorschriften und Vollzug

-

Eigenverantwortlicher Gestalter,
    Spielräume gestalten

Frontalunterricht

-

Lehren auch in Projekten

Bulemielernen:
    lernen und ausspucken und weg

-

Forschendes Lernen über
    Problemlösungsstrategien 

Faktenlernen zum Abhaken

-

Ganzheitliches Lernen

nur analog

-

analog und digital

nur die lokale Sicht

-

auch die globale Sicht

Wo stehen Sie?

Dazu die Quintessenz aus dem oben genannten SZ-Artikel:
"Gerade demjenigen, der große Veränderungen anstrebt, misslingen häufig schon die kleinsten Korrekturen." Für Raucher, Trinker und vielleicht auch für Lehrer ein Problem. Eine einzige RLFB soll den großen Wandel bewirken helfen!?
Mehr dazu auch bei "Anja Förster, Peter Kreuz: Alles, außer gewöhnlich."


Der natürliche Abwehrmechanismus bei Überforderten kommt noch dazu.

Ein Lehrer, der in Arbeit ertrinkt und dies heftig beklagt, der kann konsequenter Weise keine Fortbildung mehr besuchen. Er kann sich auch nicht zu einer Selbsthilfegruppe melden, er hat ja keine Zeit. Zusätzlich kommt noch die Angst sich zu blamieren, denn die persönlichen Defizite häufen sich allmählich an.
Und so viele Menschen haben doch Angst vor dem PC!


Diese Karte hatten mir Kollegen einst am Schwarzen Brett zum Geburtstag angeheftet.
Es war die beliebteste Ausrede, nicht selbst in die digitale Welt einsteigen zu müssen.

Ein Lehrer, der nicht mit der Zeit geht, der schadet sich mehr als er sich schont, dabei merkt er es selbst oft nicht. Das Burnout-Syndrom kündigt sich an:

- Er versperrt sich den Weg zu möglicher Arbeitserleichterung.
- Er zeigt sich innovationsresistent und schadet damit dem eigenen Ansehen, dem Fach und der Schule.
- Er lässt die eigenen Kompetenzen verkümmern.
- Er lässt den persönlichen Abstand zum Wissen und zu den Kompetenzen der Mitbewerber rapide ansteigen, er grenzt sich schließlich selbst aus.
- Er brennt aus und muss resignieren, weil er bei Schülern keinen Erfolg mehr haben kann.

Übertragen Sie die Lehrersituation auf die Situation unserer Gesellschaft im globalen Vergleich!
"German Angst" ist ein nationales Problem, auch und vor allem in unserer Leistungsschule weit verbreitet, täglich ist davon in den Zeitungen  zu lesen. Stress durch Angst, beides behindert das Lernen. Überforderung erzeugt Angst und Stress, das gilt gleichermaßen für Lehrer und Schüler.


..., da steckt viel Wahrheit dahinter.

Auch diese Karte hing mal an unserem Schwarzen Brett.

Was tun Sie gegen Angst und Stress?


Noch eine schulische Problemfront: Die Informationstechnologie.

In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift des Bayer. Philologenverbandes steht: "Generation Google leidet an Informationsmangel", und dies trotz der schulischen ITG-Bemühungen seit 20 Jahren.

Ein Systembetreuer einer Schule, der überleben möchte,
- der verhindert Individualität bei Lehrern und Schülern,
- der verhindert Kreativität und Gestaltungskompetenz.

Der Computerraum entartet deshalb zur digitalen Trainingsstätte, in der der Lehrer nur mit Mühe eigene Konzepte realisieren kann. Keine Diskette, keine CD, kein USB-Stick! Für Projektarbeit und G8-Seminarfächer ist dieses Lernumfeld ungeeignet.

In der oben genannten Ausgabe des "Gymnasium in Bayern" ist ein hilfreicher Beitrag vom Gymnasium Hassfurt: "Raumkonzept Lehrerklassenzimmer". So wie der Systembetreuer hat dann jeder Lehrer sein individuell gestaltetes Lehrerklassenzimmer, schulisch wirkt sich dies vor allem auch lernpsychologisch positiv aus: Pünktlichkeit, Sauberkeit, Ordnung, assoziatives Lernen, ...
Auch ein Computer mit Internet-Verbindung im Klassenzimmer ermöglicht individuelle Lehrer-Lösungen für Projektarbeit und Seminarkurse.


Es gäbe überall solche Problemlösungen, doch die haben eine Eigenart, die Albert Einstein beschrieben hat:

Probleme kann man nicht mit der Denkweise lösen, aus der die Probleme entstanden sind.

Wer aber andere Denkweisen ignoriert, der muss folglich mit den eigenen Problemen leben lernen, er wird die Probleme selbst nicht lösen.


Was soll ich Ihnen vor diesem Hintergrund anbieten?
- Problemlösungsstrategien?
- Hilfestellungen in Form von Tipps & Tricks?
- Arbeitserleichterungen in Form von Quellenhinweisen?
- Gemeinschaftsinitiativen, z.B. zur Gestaltung von Seminarkursen?

Ohne Neugierde wird Sie alles frustrieren!
Ohne den Willen, ein Problem lösen zu wollen, werden Sie keinen Schritt voran kommen!
Was wollen Sie?


Allein aus der G8-Reform entstehen Ihnen hier oder dort gravierende Defizitbereiche:

  1. Informationsverarbeitung, der Weg von der Recherche bis zum kompetenten Umgang mit Wissen, auch mit dem Internet
  2. Lokales und globales Umweltmonitoring
  3. Forschendes Lernen
  4. Zertifizieren und Portfolios mit Schülern entwickeln
  5. Gestaltungskompetenz und Teamarbeit befördern und bewerten
  6. Globales lernen und Globale Entwicklung
  7. Seminarfachgestaltung und Projektarbeit
  8. Berufs- und Studiumsvorbereitung

Wir Lehrer tragen die Hauptverantwortung für die nächste Generation.
Was wollen Sie der nächsten Generation mit auf den Weg geben?
Wo wollen Sie jetzt ansetzen?

- Klassenzimmer-Lösungen für Informationstechnologien? (a b)

- Die Arbeit mit Bildern zur Kulturlandschaft? (a b)

- Eine Diskussion zur zukünftigen gemeinsamen Vorgehensweise? (a b)